Vorratslexikon

Kichererbsen

kichererbsen_01Charakteristika: Die Kichererbse ist eine krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu einem Meter erreicht. Die Blüten stehen einzeln an einem langen, geknieten Stiel in den Blattachseln. Die Blüten sind purpurrot, violett, lila oder weiß und 10 bis 12 mm groß. Hauptlieferant von Kichererbsen ist Indien, mit fast 2/3 der gesamten weltweiten Produktion, gefolgt von Pakistan (ca. 9%) und der Türkei (ca. 5%).

Herkunft und Geschichte

Die ältesten Funde an Kichererbsen kommen aus der Türkei und dem vorderen Orient und stammen aus der Jungsteinzeit. In Griechenland tauchten sie ab dem Spätneolithikum (von 3500 bis 2800 v.Chr.) auf und seit Beginn der Metallzeiten (von 1800 v.Chr. bis 1050 n.Chr.) gehören Kichererbsen zu einem festen Bestandteil der Ernährung. Seit dem klassischen Altertum wird die Kichererbse in Griechenland und Italien als Nutzpflanze angebaut. Der einzige Fund von Samen in Deutschland stammt aus der Römerzeit. Im 16. Jahrhundert wurde die Kichererbse vielmehr als Arzneimittel gegen Fieber angesehen, statt für den Gebrauch in der Küche. Heute werden Kichererbsen in vielen subtropischen Gebieten der Erde angebaut.

Einkauf und Qualität

Heute sind die Türkei, Nordafrika, Mexiko, Afghanistan, Indien, Pakistan und Spanien zu den Hauptanbaugebiete der Kichererbse geworden. In Mexiko und Indien ist die Kichererbse nach wie vor ein wichtiges Grundnahrungsmittel. In der Küche finden besonders zwei Sorten Anwendung: die kleinen, runzeligen Samen aus Indien und die größeren rundlichen, beige-gelben Samen aus dem Mittelmeerraum, welche in Europa bekannter und verbreiteter sind. Diese kann man in Reformhäusern, Naturkost- und Orientläden oder Supermärkten in großer Auswahl finden. Kaufen kann man Kichererbsen, ähnlich wie die grünen Erbsen, fertig gekocht in Dosen oder als getrocknete Samen.

Zubereitung

Die getrockneten Samen brauchen einen Tag zum Einweichen und benötigen etwa zwei Stunden zum Garen und sind so nichts für spontane Kochideen, sondern können besser als Eintopf, Brühe oder Püree zubereitet werden. Im Vorderen Orient und in Nordafrika werden Kichererbsen geröstet und wie Nüsse verzehrt. Sie sind auch eine unverzichtbare Zutat vieler Couscous-Gerichte. Eine andere Zubereitung aus Kichererbsenmehl ist die italienische Farinata (Pfannkuchenart). Ferner kennt man Speisen mit Kichererbsen, z.B. in Spanien als den traditionellen Madrider Kichererbseneintopf „Cocido madrileño“, oder geröstet; im Orient als „Schimitt“ (Gebäck aus vergorenen Samen); in der Türkei als „Leblebi“ (zweimal geröstete Samen); sowie in Indien als Salat oder gekocht als Gemüse aus jungen Kichererbsenpflanzen.

Bevorratung

Siehe Hülsenfrüchte.

Geprüft durch die Dipl. oec. troph. (FH) Frau Rebecca Ginser.

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