Drei Individualisten: Crème fraîche, Schmand und saure SahneBild: © Sea Wave – Fotolia.com

Drei Individualisten: Crème fraîche, Schmand und saure Sahne

Grundlage dieser drei Sauermilchzeugnisse ist Rahm – das ist der fetthaltige Teil der Milch. In der Molkerei wird der Rahm durch Zentrifugieren (Schleudern) von den flüssigen Teilen der Milch (Magermilch) getrennt.

Wie unterscheiden sich diese drei Sauermilchprodukte?

München, 29. März 2016 – Aus einer abwechslungsreichen, ausgewogenen Küche sind sie nicht wegzudenken: Crème fraîche, Schmand und saure Sahne. Sie gehören alle drei zur Gruppe der Sauermilcherzeugnisse, sind aber einzeln betrachtet nicht nur in der Herstellung und ihren Anwendungsgebieten unterschiedlich, sondern überzeugen auch mit individuellen Geschmacksnoten. Doch wie genau unterscheiden sich die drei Produkte? Die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft (LVBM) stellt die drei Erzeugnisse vor und gibt konkrete Tipps für den Einsatz in der Küche.

Die Herstellung: Rahm ist die Basis

Grundlage dieser drei Sauermilchzeugnisse ist Rahm – das ist der fetthaltige Teil der Milch. In der Molkerei wird der Rahm durch Zentrifugieren (Schleudern) von den flüssigen Teilen der Milch (Magermilch) getrennt. Der gewünschte Fettgehalt des Rahmproduktes wird im Anschluss durch gezielte (erneute) Zugabe von Magermilch eingestellt. Im Gegensatz zu anderen Rahmprodukten, zum Beispiel Schlagsahne, werden Sauermilchzeugnisse im folgenden Schritt mit Milchsäurebakterien versetzt. Sie bauen den Milchzucker ab und Milchsäure entsteht. Durch die Säure wird der Rahm dick. Drei Faktoren sind für diesen Prozess entscheidend: die Art der Mikroorganismen, Raumtemperatur und Zeit. Sie variieren bei Crème fraîche, Schmand sowie saurer Sahne und tragen zu den unterschiedlichen Charakteren der Produkte bei. Entscheidend ist auch der Fettgehalt der einzelnen Produkte. Tipp: Sauermilchprodukte mit einem Fettgehalt unter 28 Prozent flocken in heißen Flüssigkeiten aus. Je höher der Fettgehalt des Sauerrahmprodukts, desto kochfester ist es.

Crème fraîche

Rezepttipp: Bayerische Radi-Suppe mit Kerbel und Crème fraîcheBild: © milchland-bayern.de, LVBM

Rezepttipp: Bayerische Radi-Suppe mit Kerbel und Crème fraîche

Crème fraîche („Frischrahm“) ist mit einem Mindestfettgehalt von 30 Prozent das gehaltvollste Sauermilchprodukt in der Runde. Sie darf nach ihrer Herstellung weder mit Stabilisatoren versetzt noch mit Wärme haltbar gemacht werden. Dank des Mindestfettgehalts von 30 Prozent ist sie kochfest, kann auch gut mit säurehaltigen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Zitronensaft, kombiniert werden und flockt nicht aus.

Tipp: Crème fraîche macht Saucen und Suppen schön sämig und gleichzeitig frisch.

Rezeptvorschlag: Bayerische Radi-Suppe mit Kerbel und Crème fraîche

Schmand

Das stichfeste Rahmprodukt Schmand verfügt über einen Fettanteil von 20 bis 29 Prozent, meist weist er circa 24 Prozent auf. Mit Schmand gelingen vielfältige Desserts mit fein-säuerlicher Note, wie Cremes oder Kuchen.

Tipp: Käsekuchen mit Quark ist ein Klassiker. Doch auch Schmand macht als Kuchenbelag eine tolle Figur und ist eine geschmackvolle Variationsmöglichkeit.

Saure Sahne

Saure Sahne (oder Sauerrahm) schmeckt säuerlich-frisch. Im direkten Vergleich mit Schmand und Crème fraîche ist die Konsistenz eher flüssig und mit mindestens zehn Prozent ist der Fettgehalt am niedrigsten. Saure Sahne bereichert kalte Speisen, wie Salate und Dips. In manchen bayerischen Regionen kommt sie auch als Belag für herzhaftes Fladengebäck zum Einsatz.

Tipp: Nach einer kurzen Abkühlungsphase binden auch Schmand und saure Sahne Saucen und Suppen ohne auszuflocken. Kalorienbewusste ersetzen Crème fraîche durch saure Sahne.

Viele weitere Inspirationen und Ideen für köstliche Rezepte mit Sauerrahm, Schmand, Crème fraîche und Co. liefert die umfangreiche Rezeptdatenbank der Landesvereinigung unter www.milchland-bayern.de.

Über die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft e.V. (LVBM)

Seit 1956 setzt sich die LVBM für Qualität, Genuss und Erfolg der heimischen Milchprodukte ein und bietet ihren Mitgliedern – Verbänden von Erzeugern, verarbeitenden Betrieben, Handel und Verbrauchern – ein Dach für gemeinsamen Austausch. Sie bündelt die Interessen der Organisationen, die in der bayerischen Milchwirtschaft tätig sind, fördert den Absatz von Milcherzeugnissen, informiert Verbraucher und Multiplikatoren über Produkte, Rezepte und aktuelle Fragen der Ernährung. Den Vorsitz der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft hat Günther Felßner seit Januar 2014 inne. Dr. Maria Linderer ist Geschäftsführerin des Verbandes mit Sitz im „Haus der Milch” in München.

Die Milchwirtschaft ist ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft im Freistaat: circa 7,7 Mio. Tonnen Milch werden aus rund 32.000 Milcherzeugerbetrieben in Bayern angeliefert und in 88 Molkereien und Käsereien verarbeitet.*

Mehr Informationen unter www.milchland-bayern.de

*Quellen: 2014: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft; Milchprüfring Bayern; Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

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