Wenn Kinder das Gemüse verweigern

Wenn Kinder das Gemüse verweigern

Häufig essen kleine Kinder nur wenige Lebensmittel. Wenn neue Gemüsearten gar nicht erst probiert werden, ist Stress am Mittagstisch vorprogrammiert.

Viele Eltern befürchten, dass ihr Kind sich nicht gesund ernährt und keine guten Essgewohnheiten entwickelt. Meist sind diese Sorgen aber unbegründet.

Geduld und Gelassenheit sind wichtig

Es ist ganz normal, dass Kleinkinder über bestimmte Phasen hinweg sehr einseitig essen und auch nicht jeden Tag den gleichen Appetit haben. Da helfen nur Geduld und Gelassenheit. Mit etwas Unterstützung werden auch wählerische Esser mit der Zeit ihre Auswahl an Lebensmitteln und Speisen erweitern.

Bei der Geschmacksentwicklung spielt der Lernprozess eine große Rolle. In manche Geschmacksrichtungen muss man erst hineinwachsen. Es ist in Ordnung, wenn Brokkoli oder Spinat zunächst abgelehnt werden. Das Gemüse wird aber nicht vom Speiseplan gestrichen, sondern immer wieder angeboten. Dabei ist es ratsam, das Kind ohne Zwang und Androhung von Strafen zum Probieren zu ermutigen. So lassen sich Machtkämpfe am Mittagstisch vermeiden.

Bedenken Sie: Auch das Auge isst mit

Vielleicht liegt es auch einfach an der Konsistenz, wenn Kinder bestimmte Lebensmittel ablehnen. Bereiten Sie das Gemüse auf viele verschiedene Arten zu – roh und fein gerieben, gekocht oder gebraten, in mundgerechten Stücken mit Dipp oder püriert in der Suppe. Auch das Auge isst mit. Kinder greifen eher zu, wenn der Teller fantasievoll angerichtet ist. Ein weiterer Trick ist, neue Lebensmittel in Kombination mit den Lieblingsspeisen auf den Tisch zu bringen.

In den ersten zwei bis drei Lebensjahren wird die Basis für ein gesundes Essverhalten gelegt. In dieser Zeit lernen Kinder am Vorbild ihrer Eltern und der größeren Geschwister. Wenn die ganze Familie mit Genuss isst und neue Speisen ausprobiert, steckt diese Neugier an. Kinder lieben es, beim Einkaufen und Zubereiten der Mahlzeiten mitzuhelfen. So entsteht ein Bezug zur Nahrung und mit der Zeit auch die Freude am gemeinsamen Kochen, Essen und Genießen. Wenn alles nicht hilft und Sorgen um die Entwicklung oder das Gewicht des Kindes bestehen, sollte allerdings ein Kinderarzt um Rat gefragt werden.

Quelle: Heike Kreutz, www.aid.de

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