Mehl – Alles, nur nicht langweiligBild: © seen - fotolia.com

Mehl – Alles, nur nicht langweilig

Es gibt ja zumindest gefühlt nichts, wozu es nicht einen besonderen Tag gibt. Am 20. März ist zum Beispiel der internationale Welt-Mehl-Tag.

Nun hat diesen Tag das Mehl keineswegs privilegiert für sich alleine, denn auch der Welttag des Sperlings, der Weltglückstag und der Weltgeschichtentag fällt auf dieses Datum.

Welttag des Mehles

Aber zurück zum Mehl. Das Mehlwelten Museum aus Wittenburg hat den Weltmehltag offiziell registrieren lassen. Der National Day Calendar kürte den 20. März zum Welttag des Mehles. Warum der 20.März? Der Tag liegt in der Mitte der Sonnenwende, die zwischen 19. und 21. März variiert. Auf der Nordhalbkugel beginnt der Frühling und die Zeit der Aussaat, auf der Südhalbkugel der Herbst und die Erntezeit. Für Landwirte und für die mehlverarbeitenden Industrien also eine besondere Zeit.

20% aller Lebensmittel aus Mehl

Ob die Welt nun darauf gewartet hat oder nicht, sei mal dahingestellt. Tatsache ist, dass Mehl in einer gewissen Weise nun doch eine besondere Stellung innehat. In Deutschland werden rund ein Fünftel aller Lebensmittel aus Mehl hergestellt: Brot und Brötchen in ihren verschiedensten Variationen, Pizza, Nudeln und Spätzle, Kuchen, Kekse, Strudel und Knödel, nicht zu vergessen die Mehlschwitze.

Beitrag zur täglichen Nährstoffversorgung

Mehl und Mahlerzeugnisse sind überwiegend regional: 95 Prozent des verarbeiteten Getreides kommen aus Deutschland. Aus ernährungsphysiologischer Sicht leisten insbesondere Erzeugnisse aus Vollkornmehlen einen bedeutenden Beitrag zur täglichen Nährstoffversorgung. Sie beinhalten komplexe Kohlenhydrate vom Typ Stärke, Ballaststoffe, Proteine, B-Vitamine und Mineralstoffe.

Vielfalt an Mehlen ist enorm

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Dinkelmehl

Im Haushalt wird üblicherweise das sogenannte Haushaltsmehl, ein Weizenmehl der Type 405 verwendet. Das vermittelt auf den ersten Blick vielleicht den Eindruck, dass Mehl ein simples Produkt sei. Weit gefehlt, die Vielfalt an Mehlen ist enorm. Neben den verschiedenen Standardmehlen, die in der DIN-Norm 10355 festgelegt sind, produzieren die Mühlen für die industrielle und handwerkliche Verarbeitung Mehle, speziell auf Kundenwunsch: Es ist verständlich, dass ein Mehl für Pizzateig andere Eigenschaften haben muss, als eines für Suppennudeln.

Längst ist es nicht nur Weizen, der in die Mühlen wandert. Zu Mehl werden auch Roggen und die sogenannten Urgetreidearten Dinkel, Emmer und Einkorn gemahlen. Allein in Deutschland gibt es nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung rund 200 Mühlen, die knapp 9 Millionen Tonnen Getreide verarbeiten (Stand 2018).

Was besagt die Typenbezeichnung?

Die Typenbezeichnung auf der Mehlpackung gibt Auskunft über den Mineralstoffgehalt des Mehls. Weizenmehl der Type 405 enthält in 100 Gramm Mehl 405 Milligramm Mineralstoffe. Type 550 enthält mehr Schalenanteile und kommt auf einen Gehalt von 550 Milligramm pro 100 Gramm. Vollkornmehle tragen keine Typenzahl, da sie alle Kornbestandteile enthalten. Je nachdem, was man backen möchte, eignen sich unterschiedliche Mehle. Für feine, mürbe Backwaren wie Butterplätzchen und Vanillekipferl eignet sich der Klassiker unter den Weizenmehlen, Type 405. Für ein Mischbrot verwendet man zum Beispiel ein Weizenmehl mit der höheren Type 1050 und ein Roggenmehl der Type 1370.

Zum Schluss noch eine Schätzfrage für Besserwisser: Wieviel Weizenkörner braucht man für ein 1 Kilogramm schweres Brot? Beeindruckende 17.000 Weizenkörner ist die Antwort – die Menge entspricht 750 Gramm.

Quelle: Rüdiger Lobitz, Dr. Marion Morgner, www.bzfe.de

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