Das lästige Leiden der Kreuzallergiker

Das lästige Leiden der Kreuzallergiker

Manche Pollen­allergiker reagieren auch auf Äpfel, Erdbeeren oder Tomaten.

Die Beschwerden reichen von Juck­reiz im Mund über geschwollene Haut bis zu Atemnot – und treten meist sofort nach dem Verzehr auf. Unter­suchungen zeigen indes, dass einige Sorten weniger all­ergen sind als andere. Ein voll­ständiger Verzicht ist daher oft nicht nötig.

Birkenpollenallergiker leiden am meisten

TomatenWer von Beifuß niesen muss, dem kann die Zunge bei roher Möhre oder Sellerie kribbeln. Wem Gräser­pollen zu schaffen machen, kann Probleme mit Tomaten haben. Am häufigsten aber sind Birken­pollen­allergiker betroffen: Mehr als jeder Zweite von ihnen verträgt auch bestimmte Obst- und Gemüsesorten nicht – etwa Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Kirschen, Erdbeeren oder Nüsse. Schuld an solchen Kreuzal­lergien sind bestimmte Proteine in den Früchten. Sie ähneln den Pollen­allergenen und können daher auch allergische Reaktionen auslösen.

Tipp: Streichen Sie Obst und Gemüse, auf das Sie einmal reagiert haben, nicht komplett von Ihrem Speiseplan. Manche Kreuzal­lergiker berichten, dass sie außer­halb der Pollen­saison weniger starke Beschwerden beim Verzehr bestimmter Lebens­mittel haben.

Juckreiz, Brennen, Atemnot

Was im Volks­mund Kreuzal­lergie heißt, nennen Mediziner „Pollen-assoziierte Nahrungs­mittel­allergie“. Meist treten die Beschwerden unmittel­bar nach dem Verzehr auf: Neben Juck­reiz an Lippen und Zunge, kommt es häufig zu einem pelzigen Gefühl oder Brennen im Mund oder am Gaumen. Die Haut kann anschwellen, jucken oder sich röten. Allergischer Schnupfen kann auftreten. Seltener kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden oder Atemnot, selbst ein allergischer Schock ist möglich.

Erdbeer- und Tomatensorten

ErdbeerenWie viele all­ergene Proteine eine Frucht enthält, ist sortenabhängig. Das zeigen aktuelle Unter­suchungen von 23 Tomaten- und 20 Erdbeersorten an der Technischen Universität München am Lehr­stuhl für die Biotechnologie der Naturstoffe.

Tomaten: Den höchsten All­ergen­gehalt hatten die Tomatensorten Farbini und Bambello, den geringsten Rhianna und Rugantino. Deutlich weniger All­ergene als frische Tomaten hatten solche, die im Ofen und in der Sonne getrocknet wurden.

Erdbeeren: Die Sorte Florika ist nicht für Allergiker zu empfehlen. Leigong, die weiße Früchte trägt, wies dagegen das geringste Allergie­potenzial auf. Auch viele Garten­erdbeeren wie die beliebte Elsanta oder die alte Sorte Mieze Schindler hatten einen relativ geringen All­ergen­gehalt.

Tipp: Fragen Sie auf Märkten oder bei Bauern, welche Sorten sie anbieten.

Alte Apfelsorten werden besser vertragen

ÄpfelAuch für Äpfel ergaben Untersuchungen, dass der All­ergen­gehalt sorten­abhängig ist. Er schwankt aber teils inner­halb einer Sorte – etwa bei verschiedenen Anbauorten – und kann sich beim Lagern erhöhen. Die Lemgoer Orts­gruppe im Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land sammelt Erfahrungen von Apfelallergikern in einer Liste. Demnach sind alte Sorten wie Alkmene, Gold­parmäne oder Roter Boskoop öfter verträglich als neue wie Golden Delicious oder Granny Smith.

Tipp: Wenn Sie heraus­finden möchten, ob Sie manche Sorten besser vertragen als andere, testen Sie vorsichtig: Den Apfel erst nur mit den Lippen berühren, dann ablecken und anschließend ein kleines Stück lutschen – nur, wenn das problemlos geht, ein wenig davon essen. Hoch­gradig sensibilisierte Allergiker sollten vorher mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen.

Erhitzen kann Beschwerden lindern

Manche Menschen, die keine frischen Äpfel, Mohr­rüben oder Tomaten vertragen, können Apfelmus, gekochtes Möhrengemüse oder Tomatensoße problemlos essen. Auch Apfelsaft, -kompott und -kuchen bereiten meist keine Beschwerden. Das liegt daran, dass die All­ergene hitzelabil sind – durch das Kochen oder Backen wird ihre Struktur so verändert, dass das Immun­system nicht auf sie reagiert. Aber Achtung: Es gibt auch hitze­stabile All­ergene, etwa in Haselnüssen. Wer auf sie reagiert, sollte daher auch bei Kuchen vorsichtig sein, der Nüsse enthalten könnte.

Quelle: Stiftung Warentest

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