Bloody good! Rote Bete, die Wurzel des guten Geschmacks im Schokoladenkuchen

Bloody good! Rote Bete, die Wurzel des guten Geschmacks im Schokoladenkuchen

Raus aus der Erde, rein in die Gourmet-Küche: Die Winter-Rüben-Saison ist voll im Gange. Mitten drin Rote Bete – voller Aroma, gesunder Power und bemerkenswert vielseitig.

Früher gab es sie aus Omas Weckgläsern, heute das ganze Jahr über im Glas zu kaufen. So kennen wohl die meisten Rote Bete. Oder Rote Beete? Kurz: Beides geht. „Bete“ ist die ältere, tradierte Schreibweise. „Beete“ die neuere und eine Konzession an die Aussprache. Aber die rote Rübe, Rahne, Runkelrübe, Rande, Rotmöhre, Rone oder Salatrübe – wie sie noch genannt wird – kann viel mehr, als sich gekocht sauer einlegen zu lassen.

Hippokrates war davon überzeugt, dass Rote Bete heilsame Kräfte in sich bündelt und der Schweizer Arzt Paracelsus verordnete sie seinen Patienten bei Blutkrankheiten. B-Vitamine, Kalium, Eisen und Folsäure sind in der roten Knolle in besonders hoher Dosierung zu finden und machen die Rote Bete zu einem natürlichen Helferlein bei vielen Beschwerden. Wer regelmäßig Rote Bete isst oder den Saft trinkt, der kann so die Senkung seines Blutdrucks auf natürliche Weise unterstützen. Aber nicht nur die inneren Werte der Roten Bete können sich sehen lassen. Auch die rote Farbe ist ein nützlicher Helfer im Alltag. Sie stammt vom enthaltenen Betain – einem echten Stimmungs-Aufheller, der für Serotoninausschüttungen in unserem Körper beziehungsweise Glücksgefühle sorgt – und wird heute in der Lebensmittelindustrie als natürliches Färbemittel verwendet – etwa für Heringssalat. Aber auch in der Vergangenheit wusste man um die färbende Wirkung der Bete und nutzte sie zum Einfärben von Stoffen.

Zurück zu den Rüben

Rote Bete verleiht nicht nur vielen Gerichten ein intensives Pink. Sie setzt auch geschmacklich Akzente. Denn sie schmeckt lecker, leicht süßlich und doch herzhaft. Dennoch ist die Rübe ein klassisches Wintergemüse, zu dem nicht jeder Hobby-Koch auf Anhieb Zugang findet. Wobei viel lässt sich mit der „Wurzel des guten Geschmacks“ eigentlich nicht falsch machen. Denn Rote Bete schmeckt roh, ebenso wie gekocht, eingelegt, als Saft oder im Kuchen.

Rote Zahlen

Knapp 100.000 Tonnen Rote Bete wurden 2017 auf deutschen Feldern geerntet. Die Hauptanbaugebiete liegen in Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg (Quelle: Statistisches Bundesamt). Die Rote Bete kommt nicht nur als frisches Gemüse in den Handel, sondern wird auch für die Weiterverarbeitung angebaut. 2018 lag die Einkaufsmenge pro Kopf bei rund 0,2 Kilo. Zum Vergleich: 2015 waren es nur 0,17 Kilo. Lang-sam aber stetig erobert die Rote Bete das Herz des deutschen Endverbrauchers zurück (Quelle: AMI-Analyse auf Basis des GfK-Haushaltspanels).

Einkauf

Rote Bete gibt es ganzjährig, teilweise im Ganzen vorgegart in den Supermarktregalen. Denn je nach Größe der Knolle kann es bis zu 60 Minuten dauern, bis die Rote Bete gar ist. Ihre Hauptsaison hat die Knolle von September bis März. Beim Einkauf unbedingt darauf achten, dass die Schale unversehrt und die Rübe prall ist.

Lagerung

Rote Bete am besten kühl und dunkel lagern und darauf achten, dass sie nicht austrocknen. Je höher die Luftfeuchtigkeit, um so besser. Im Kühlschrank können die Knollen zum Beispiel in Papier eingewickelt gut zwei bis drei Wochen lagern.

Zubereitung

Das rote Multitalent ist äußerst unkompliziert in der Zubereitung. Die Knollen werden einfach geschält und verarbeitet. Fein gehobelte Scheiben eigenen sich beispielsweise perfekt für ein leckeres Rote-Bete-Carpaccio oder als farbenfrohe Zutat im frischen Salat. Rote-Bete-Saft lässt sich ganz einfach im Entsafter machen – in der Kombination mit Möhren und Ingwer ein unschlagbar köstliches Getränk! Aber auch das großmütterliche Einwecken ist kein Hexenwerk. Einfach die Rote Bete kochen bis sie gar ist (alternativ kann sie auch in Alufolie eingewickelt im Backofen gegart werden) und erst dann unter kaltem Wasser kurz abschrecken und schälen – so behält sie ihre schöne rote Farbe. Danach entweder in Scheiben oder als Ganzes in die Weckgläser geben und mit Essig, Gewürzen und eventuell etwas Ingwer abschmecken. Aber auch im Kuchen ist Rote Bete ein besonderes Extra.
Tipp: Einweghandschuhe verhindern rot verfärbte Hände!

Köstlicher Rote-Bete-Kuchen – süß trifft auf herzhaft!

Rezepttipp: Schokoladiger Rote-Bete-Kuchen, © Ariane Bille für BVEO

Was gibt es schöneres als einen leckeren, saftigen und süßen Kuchen – für Naschkatzen wahrlich das Größte. In der gemüsigen Version ist den meisten Backfreunden aber kaum mehr als der klassische Karottenkuchen bekannt. Dabei ist die Vielfalt an süßen Kuchen mit gesundem Gemüseanteil damit noch lange nicht erschöpft. Wie wäre es zum Beispiel mit einem schokoladigem Rote-Bete-Kuchen? Zusammen mit der Schokolade sorgt das tiefrote Gemüse für eine besonders schöne Färbung sowie besondere Saftigkeit und Textur des Backwerks. Ein weiterer Vorteil der roten Rübe: Durch die Zugabe in den Kuchen wird dieser zwar nicht zum gesündesten Snack der Welt, aber immerhin um einiges gesünder als ein herkömmlicher Schokoladenkuchen. Und pssst – kleiner Tipp für die Eltern: Versteckt im Kuchen lässt sich dem Nachwuchs die ein oder andere Extraportion Gemüse unterjubeln.

Ein wintermärchenverdächtiges Backrezept

Das man Rote Bete auch süß genießen kann, beweist dieser saftige Schokoladenkuchen, in dem die rote Rübe dem Kuchen ein ganz besonderes Aroma verleiht. Unbedingt ausprobieren!

Über die BVEO

Seit 1970 ist die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.V. (BVEO) der nationale Zusammenschluss von Erzeugerorganisationen und Einzelunternehmen für Obst und Gemüse. Unter dem gemeinsamen Dach haben die Mitglieder wichtige Kompetenzen gebündelt, um ihr gemeinsames Know-how für die hohen Qualitätsstandards von deutschem Obst und Gemüse einzusetzen. Neben der Organisation von Messe- und Kongressauftritten vertritt der Verband vor allem die politischen Interessen seiner Mitglieder und steuert die PR- und Marketingmaßnahmen.

Quelle: BVEO, www.deutsches-obst-und-gemuese.de

Photos: © Ariane Bille für BVEO

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