Woher kommt mein Essen?

Woher kommt mein Essen?

Über Tracking-Codes, QR-Codes, Produkt-IDs oder Mindesthaltbarkeitsdaten können interessierte Käufer die Zutaten eines Lebensmittels im besten Fall bis zum Hühnerhof, zum geschlachteten Schwein oder zum Spinatfeld zurückverfolgen. Ein Blick ins Supermarktregal zeigt jedoch, dass bislang nur wenige Hersteller freiwillig über die Herkunft ihrer Zutaten informieren.

Rückverfolgbarkeit von Zutaten für Lebensmittel noch verbesserungswürdig

Der Lebensmittelhandel ist ein globales Geschäft und Verbraucher fragen sich zunehmend, woher ihr Essen kommt. Über Tracking-Codes, QR-Codes, Produkt-IDs oder Mindesthaltbarkeitsdaten können interessierte Käufer die Zutaten eines Lebensmittels im besten Fall bis zum Hühnerhof, zum geschlachteten Schwein oder zum Spinatfeld zurückverfolgen. Ein Blick ins Supermarktregal zeigt jedoch, dass bislang nur wenige Hersteller freiwillig über die Herkunft ihrer Zutaten informieren. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine aktuelle Stichprobe unter die Lupe genommen.

Untersucht wurden die Produkte von zwölf Unternehmen, die auf Produkten oder im Internet die Rückverfolgbarkeit von Inhaltsstoffen versprachen und sich damit bereits positiv vom Gros aller anderen Anbieter abhoben. „Da es nur für wenige Lebensmittel einen verpflichtenden Herkunftsnachweis gibt, verzichten die meisten Firmen leider darauf – vor allem dann, wenn sie weltweit billige Zutaten einkaufen“, sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Ein Drittel der überprüften Hersteller mit freiwilligen Deklarationen hielt das Versprechen zur Rückverfolgbarkeit durchweg ein und informierte Verbraucher transparent und umfassend. Das zweite Drittel blieb hinsichtlich der Angaben unkonkret und veröffentlichte bei Tieren beispielsweise nur das Land der Aufzucht und nicht die genaue Region oder eine Liste der landwirtschaftlichen Betriebe. Das letzte Drittel konnte zum Zeitpunkt der Erhebung keine funktionierende Rückverfolgbarkeit gewährleisten, behob die Fehler jedoch umgehend. Schwartau resümiert: „Es ist löblich, dass einige Firmen für mehr Transparenz beim Einkauf sorgen wollen, doch leider hapert es zuweilen an einer verbraucherfreundlichen Umsetzung.“

Freiwillige Gütezeichen, gesetzliche Mindeststandards und die Kennzeichnungspflichten der Europäischen Union reichen in den wenigsten Fällen aus, um die Herkunft von Zutaten tatsächlich nachverfolgen zu können. „Verbraucher, die nicht möchten, dass ihr Essen einmal um den Globus gereist ist, können sich nur auf freiwillige Herkunftsangaben oder das sogenannte Regionalfenster verlassen“, meint Schwartau. „Wir wünschen uns daher, dass die Angaben in den nächsten Jahren noch besser werden und sich mehr Unternehmen freiwillig verpflichten, über die Herkunft ihrer Zutaten zu informieren.“ Das sei auch im Interesse der Anbieter, denn konkrete Herkunftsangaben würden laut Schwartau an Bedeutung gewinnen und zukünftig ein wichtiges Verkaufsargument sein.

Ausführliche Informationen zu den untersuchten Produkten sind auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg unter www.vzhh.de veröffentlicht.

Quelle: Pressestelle VZHH

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