Rosenkohl, Lauch und Pastinake: Trio Infernal des guten Geschmacks

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Vorhang auf für die gesunde Winterküche!

Den Anfang machen drei unverzichtbare, winterliche Allrounder, die uns wärmen, wenn es draußen kalt ist!
In der kalten Jahreszeit sind sie die perfekten Seelenwärmer: Aufläufe und Gratins. Aber sie sorgen nicht nur für einen wohlig gefüllten Magen, sie sind auch die perfekten Rezepte, um verschiedene Gemüsearten miteinander zu kombinieren, die auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt zusammengehören. Bei unserem Traum-Trio mag man so auf den ersten Blick denken. Aber, die Geschmäcker der drei Winterstars sorgen nicht nur einzeln, sondern auch in Kombination für wahre Geschmacksexplosionen.

Rosenkohl – vom „Arme-Leute-Essen“ zum Star der Food-Szene

Bild: ©BVEOKlein und rund, mit einem Happs im Mund – dieses Sprüchlein gilt nicht nur für eine bekannte Süßigkeit, sondern auch für den kleinen grünen Rosenkohl. Seine kleine feste und runde Form sorgt dafür, dass er leicht zu essen ist – ganz im Gegensatz zu seinen Verwandten aus der Familie der Kreuzblüter, wie Weißkohl, Rotkohl, Brokkoli, Blumenkohl oder Kohlrabi. Aber genauso wie die anderen Kohlsorten fristete der kleine Rosenkohl lange ein Schattendasein – als Essen der armen Leute oder als Kinderschreck, den die lieben Kleinen bis zuletzt auf dem Teller verharren ließen.
In den letzten Jahren hat Rosenkohl sich allerdings zum echten Shootingstar entwickelt und ist dem trüben Image eines viel zu lang gekochten Gemüses entkommen. Heute wird er knackig im Salat serviert oder findet seinen Weg in hippe Bowls der Großstadt-Foodies

Von Belgien in die ganze Welt – eine echte Erfolgsgeschichte

Rosenkohl stammt aus dem heutigen Belgien, damals noch „Spanische Niederlande“ und wurde dort erstmals im 16. Jahrhundert angebaut. Vermutlich deswegen trägt er auch den Namen „Brüsseler Kohl“ oder „Brüsseler Sprossen“. Im 19. Jahrhundert breitete sich Rosenkohl schließlich in ganz Europa aus und schaffte auch den Sprung über den großen Teich nach Amerika.

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Superheld im Winter

Rosenkohl sieht nicht nur lecker, gesund und knackig aus. In ihm steckt auch jede Menge Food-Power. Besonders in der kalten Jahreszeit liefert er für den Menschen wichtige Vitamine und Mineralstoffe. So ist er besonders Vitamin C reich, steckt voller Kalium, Zink, Vitamin K und lässt sich auch bei der Menge der Ballaststoffe nicht lumpen. Aber Achtung: Wie bei allen Kohlsorten gilt auch beim Rosenkohl, wer zu viel davon isst, der könnte davon einen Blähbauch bekommen. Eine Ausnahme bilden hier allerdings die rötlichen Sorten ebenso wie die Kalettes, eine Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl.

Einkauf : Knackig, grün und fest. So sollte der perfekte Rosenkohl beim Kauf aussehen. Genauer:

• Außen saftig grün, innen eher hellgrün
• Die Blätter sollten geschlossen und fest sein
• Insgesamt sollte die kleine Kohlknolle fest und nicht weich sein

Lagerung
: Frischen Rosenkohl sollte man innerhalb von drei bis vier Tagen verbrauchen, da er sonst nicht mehr knackig frisch ist. Zudem sollte er dunkel und kühl im Kühlschrank gelagert werden. Die gute Nachricht: Er lässt sich perfekt einfrieren und so lange genießen – auch außerhalb seiner üblichen Saison von November bis März.
Tipp: Vor dem Einfrieren am besten Blanchieren.

Bild: ©BVEOZubereitung
: Gekocht, gebacken, gebraten, gedünstet, roh oder eingelegt. Bei der Wahl, wie man Rosenkohl genießen möchte, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Ob im Ganzen, geschnitten oder die einzelnen Blätter abgezupft, geraspelt. Als Suppe, Salat, als klassische Gemüsebeilage, als Gratin (wie in unserem Rezeptvorschlag), als Star auf dem Teller in der vegetarischen oder veganen Küche oder als knackiger Part bei einem Käse-Fondue – die Zubereitungsmöglichkeiten sind schier unendlich!

Geschmack
: Frischer Rosenkohl hat einen ausgesprochen feinen Geschmack, leicht nussig, erdig und fein-süß. Gegner des Kohls würden sagen, er schmeckt ungefähr so wie alte Socken riechen. Und – Funfact – für diese Abneigung scheint es sogar eine genetische Veranlagung zu geben, ähnlich wie bei Koriander.
Tipp: Besonders gut passen Thymian, Majoran und Kümmel zu Rosenkohl. Aber auch Curry oder eine frisch-fruchtige Note mit Zitrone, Orange, Ingwer oder Zitronengras stehen dem Rosenkohl.

Pastinake – wiederentdeckte Superwurzel

Ganz anders als Rosenkohl sind Pastinaken bei Erwachsenen und Kindern gleichermaßen beliebt. Die helle Wurzel, die zu den Doldenblütern gehört, schmeckt recht süßlich und ist besonders mangenfreundlich, weswegen man sie gerne für Baby-Brei verwendet. Wer sie aber nur weichgekocht und püriert kennt, der verpasst so einiges.

Altes, neues Trendgemüse


Bild: ©BVEOPastinaken sind zurück auf den deutschen Tellern, nachdem sie zuvor viele Jahre eher eine große Ausnahme waren. Aber das war nicht immer so. Bevor Kartoffeln aus den USA nach Europa kamen und hier zum beliebten und leicht anzubauenden Allrounder wurden, war die Pastinake das Trendgemüse. Und auch, wenn sie den Beinamen „Germanenwurzel“ trägt, ist sie in Frankreich, England und den USA (noch) viel bekannter als in Deutschland.

Power
: Pastinaken punkten mit einem hohen Gehalt von Kohlehydraten und sorgen so für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Kalium, Vitamin C und ätherische Öle runden die positiven Eigenschaften des Gemüses ab. Außerdem sind Pastinaken besonders magenfreundlich – dazu wird ihnen eine leicht antibakterielle Wirkung nachgesagt.

Einkauf
: Je kleiner die Pastinake, desto feiner ihr Geschmack. Beim Einkauf sollte man außerdem auf eine unversehrte Schale achten. Das Grün sollte, wenn vorhanden, saftig, frisch und grün aussehen.

Lagerung
: Pastinaken lagert man am besten im Gemüsefach des Kühlschranks, die Lagerzeit kann optimiert werden, wenn man sie in ein feuchtes Tuch einschlägt. Vor der Lagerung nicht waschen. Sollte sich noch Erde an der Wurzel befinden, dann diese nur vorsichtig abbürsten. Wer Pastinaken einfrieren möchte, der sollte sie vorher kleinschneiden und 1-2 Minuten in kochendem Wasser blanchieren. Dann hält sie sich gefroren rund ein Jahr.

Bild: ©BVEOZubereitung
: Die Zubereitungsarten für Pastinaken sind vielfältig. Sie können klassisch gekocht und in Eintopf oder Suppe als würziges Gemüse verwendet werden. Lecker sind sie auch im Püree, Auflauf oder roh als Gemüse-Sticks. Die Pastinake steht anderen Gemüsesorten und ihrer früheren „Konkurrentin“ der Kartoffel in nichts nach. Vor dem Verzehr sollte man sie schälen und das Grün entfernen. Dann lässt sie sich toll mit anderen Gemüsesorten kombinieren, schmeckt aber auch roh im Salat mit einem fruchtigen Dressing.

Geschmack
: Wer erwarten würde, dass Pastinaken aufgrund der ähnlichen Erscheinungsform wie Karotten schmecken, der wird sein Geschmackswunder erleben, wenn er zum ersten Mal eine Pastinake kostet. Sie schmeckt leicht süßlich, angenehm würzig und leicht nussig – teilweise auch herb.
Übrigens: Die Ähnlichkeit zur Petersilienwurzel ist keineswegs von der Hand zu weisen. Unter Botanikern gilt Pastinake sogar als Kreuzung aus Karotte und Petersilie.

Lauch – würziger Allrounder für alle Lebenslagen

Lauch, Porree, Breitlauch, Winterlauch, Welschzwiebel, Gemeiner Lauch, Spanischer Lauch, Aschlauch, Fleischlauch: die Sortenvielfalt beim würzigen Allrounder ist riesig. Meist findet man den Winterlauch in den Regalen der Märkte. Denn das ist der beliebte Wintergemüse-Klassiker. Mit seiner feinen, würzigen Note peppt er garantiert jedes Gericht auf.
Übrigens: Lauch und Porree sind nur zwei synonym verwendete Wörter für ein und dasselbe Gemüse.

Weitgereiste Gemüsestangen

Bild: ©BVEOSchon 2100 v. Chr. wurde Lauch in der Stadt Ur im heutigen Irak angebaut. Auch die alten Ägypter kannten die langen grünen Stangen. Sie sollen seinerzeit insbesondere die Arbeiter beim Bau der Pyramiden gestärkt haben. In der Antike war Lauch vor allem im Mittelmeerraum verbreitet, von wo aus er auch seinen Geschmackssiegeszug über ganz Europa und die Welt startete.
Übrigens: Lauch war im Altgermanischen Ritual so heilig, dass er einer Rune ihren Namen gab. Und auf den britischen Inseln soll er sogar einem König als Erkennungszeichen seiner Truppen gedient haben und ist bis heute eines der Nationalsymbole von Wales.

Power: Lauch schmeckt nicht nur unfassbar lecker, er tut auch so einiges für einen gesunden Körper. Er steckt voller Vitamin C, Vitamin K und Folsäure. Außerdem besitzt er so wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium und die Spurenelemente Eisen und Mangan. Lauch ist zudem eines der wenigen Lebensmitteln mit hohem Gehalt an Inulin. Der lösliche Ballaststoff steht im Ruf positive Wirkungen auf die Darmflora zu haben, weshalb Inulin häufig auch als Nahrungsergänzungsmittel im Rahmen eines gesunden Darmflora-Aufbaus eingenommen wird.

Einkauf
: Einen frischen Porree erkennt man an festen tiefgrünen und knackigen Blättern. Sie sollten keine Risse haben oder gelb-braune Stellen. Der mittlere Teil sowie der Wurzelansatz sollten strahlend weiß und fest sein. Wurden die Blätter entfernt, kann man gut an den Schnittstellen erkennen, ob der Lauch noch frisch ist.

Bild: ©BVEOLagerung
: Lauch bleibt im Gemüsefach des Kühlschranks etwa eine Woche frisch. Die Stangen sollten aber nicht neben aroma-empfindlichen Lebensmitteln wie Butter oder Blumenkohl lagern. Diese übernehmen sonst den zwiebelartigen Geschmack. Das Gemüse deshalb am besten in einer Frischebox aufbewahren.

Zubereitung
: Lauch schmeckt – in feine Ringe geschnitten – als würzige Beilage in der Suppe, in einer sahnigen Soße als Beilage zu Fleisch oder einfach pur mit ein paar Gewürzen und Olivenöl beträufelt aus der Pfanne oder dem Backofen. Mit etwas Olivenöl beträufelt macht er sich auch bestens auf dem Grill und ist in Form eines leckeren Gemüsespießes eine perfekte Alternative zu Fleisch. Der weiße Teil vom Lauch eignet sich ideal als Beilage zu Fleisch- oder Fischgerichten oder in Aufläufen. Die außenliegenden grünen Lauchblätter passen dagegen hervorragend in Suppen und Eintöpfe.
Tipp: Dank ihrer stabilen Konsistenz eignet sich Lauch auch zum Befüllen mit leckeren Cremes, für einen Wrap oder als Roulade.

Geschmack
: Lauch gehört einfach zur europäischen Küche dazu, ist er doch ein wahrer Alleskönner. Sein Geschmack erinnert an den einer Zwiebel, allerdings weniger scharf, weswegen er seinen Weg immer wieder in Suppen oder andere Gemüsespeisen findet. Die meisten kennen ihn natürlich als Teil des herkömmlichen Suppengrüns oder in der gern gegessenen Hack-Käse-Lauchsuppe. Lauch ist natürlich – wie sein Geschmack schon erahnen lässt – verwandt mit Zwiebel, Knoblauch und Bärlauch. Die Sommersorten sind im Geschmack etwas milder, die Herbst- und Wintersorten etwas kräftiger und würziger.

Rezept-Tipp: Lauch-Pastinaken-Rosenkohl-Gratin mit Bergkäse

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Quelle: ©BVEO

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