Artikel zur Historie:

Die Kultur der Vorratshaltung und der Konservierung im Privathaushalt lässt sich seit den Römern
Im Mittelalter, also im 6. bis zum 15. Jahrhundert, nutzten die Menschen bereits Techniken zur
Vorratsschrank und Kühlschrank als gemischtes Doppel. Eine Revolution in der Vorratshaltung
Die Vorratshaltung hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Durch lange

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden öffentliche Kühlhäuser auf Initiative des Amerikaners Frederic Tudor eingerichtet. Dieser erkannte das Prinzip der Kühlkette, handelte mit Natureis und forderte Kühlschränke in Privathaushalten, in denen das Eis zur Kühlung lagerte. Das "Ice-harvesting" (Eis ernten) wurde zur Industrie in Amerika. Lebensmittel konnten nun gekühlt nach Europa geliefert werden und den Schlachthöfe in den USA war es durch das Eis möglich das ganze Jahr über zu schlachten.

 

Endlich kam auch der Eisschrank in die Haushalte. Allerdings war der Bedarf an gekühlten Lebensmitteln auf dem europäischen Festland und vor allem in Deutschland bis Mitte des 20. Jahrhunderts im Gegensatz zu den USA gering. Hier vertraute man auf bewährte Konservierungs- und Lagermethoden: bis zum Zweiten Weltkrieg hatten die deutschen Häuser einen kühlen Vorratskeller, um das Eingemachte zu lagern.


Der Franzose Louis Pasteur erkannte Mitte des 19. Jahrhunderts die verderbliche Wirkung von Mikroorganismen speziell in Lebensmitteln und dass sich diese durch Erhitzen abtöten lassen. Durch das nach Pasteur benannte Pasteurisieren konnte man bei Temperaturen zwischen 70 bis 85° C Milch und andere Lebensmittel kurzfristig lagerfähig machen. Nach Pasteur gelang durch Hitzesterilisation (160 °C) die nahezu perfekte Haltbarmachung.

 

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte das "Einmachen" im Privathaushalt durch die Gründung der Firma von Johann Weck in Deutschland einen Boom. Bis in die 50er Jahre hinein war das "Einwecken" die gängigste Konservierungsmethode im Privathaushalt in Deutschland.

 

Bis vor 1914 erbaute Wohnhäuser verfügten über Gewölbekeller mit gestampften Lehmböden, einer Durchschnittstemperatur von unter 10 ° C und einer Luftfeuchtigkeit von über 90%, die sich hervorragend zum Einlagern anboten. In hölzernen Hürden ließen sich Kartoffeln und Äpfel übersichtlich lagern. Zur Kellerausstattung gehörten damals auch Steingutgefäße zum sauer Einlegen und Pökeln. In Sandkisten lagerte Wurzelgemüse wie Möhren, Sellerie und Schwarzwurzeln.

 

Im Gegensatz dazu kam in den 1920er Jahren die "Frankfurter Küche" auf den Markt, eine nach ergonomischen und arbeitstechnischen Aspekten geplante Standardküche für Mietwohnungen. Das Öffnen der Konservendosen war eine wichtige Arbeitshandlung in der Küche. Platz für Vorräte war kaum vorgesehen. Vorratskeller und -räume hielt man für überflüssig.

 

Im Dritten Reich kam es gezwungenermaßen zur Gegenbewegung als die Einfuhr von Obst und Gemüse nicht mehr statt fand. Die Bevölkerung war, erst recht in den Hungerjahren nach dem Zweiten Weltkrieg, auf die Bewahrung der heimischen Erzeugnisse angewiesen. Eigene Konserven waren die "Eiserne Ration" - nicht umsonst eine militärische Assoziation. Die Redewendung "Jetzt geht's ans Eingemachte" stammt ebenfalls aus dieser Zeit. In den Aufbaujahren, besonders im sozialen Wohnungsbau, waren die Küchen dann wieder sehr klein. Speisekammern oder geeignete Vorratskeller waren für die Bewohner undenkbar.

 

Alle Artikel zum Thema:

Von der Steinzeit bis hin zu den Römern - antike Vorratshaltung.

Vom Salz des Mittelalters über Natureis zu den Konserven der Neuzeit.

Mit Eis und Einmachgläsern zur modernen Vorratshaltung.

Aktuell: Vorratsschrank & Kühlschrank als gemischtes Doppel.

Vorratshaltung im Wandel der Zeit.

Verantwortlich für den Inhalt:
Percy Bongers (Chefredaktion)

Copyright © 2013 besserhaushalten